Einfach mal … affengeiles Zeltlager in Berlin

_DSC7689Am 17. August war es soweit. Mit 100 SJler*innen aus ganz NRW ging es für zwei Wochen auf nach Berlin zum Zeltplatz Saatwinkel. Die Zeit dort war so voller Höhepunkte, dass man gar nicht alles auf einmal aufzählen kann.

Selbstverständlich gab es zuerst einmal die Zeltgruppen aus Dortmund, Gelsenkirchen, Hamm-Unna, Düsseldorf, Köln und Merkstein. Die haben dann jede Menge miteinander unternommen und jeden Abend ihre*n Vertreter*in in den Lagerrat geschickt.

An Programm war vieles vorbereitet, aber die Ereignisse, die den meisten von uns am meisten in Erinnerung geblieben sind, konnten wir nicht vorausahnen. Im Berliner Stadtteil Hellersdorf soll eine Flüchtlingunterkunft eingerichtet werden. Wenn Nazis und aufgebrachte Bürger*innen dagegen mobil machen, heißt es für uns Falken dann natürlich, Solidarität zu zeigen. Ausgerechnet zum 20. Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen hat die NPD eine Wahlkampfveranstaltung in Hellersdorf gemacht. Nach intensiven Vorgesprächen und wichtigen Tipps für das richtige Demo-Verhalten entschied sich ein Teil von uns, bei der Gegenkundgebung nur wenige Meter von den Nazis entfernt mitzumachen. Leider haben sich einige Polizist*innen nicht immer so verhalten, wie es ihrer Aufgabe entsprochen hätte. Weil aber alle so super zusammengehalten haben, ist dann aber nichts Schlimmeres passiert. Natürlich haben wir die ganze Aktion dann noch einmal ausführlich nachbesprochen. Alle fanden, dass sich die Aktion gelohnt hat und viele sind motiviert worden, auch zu Hause in NRW weiter aktiv gegen Nazis einzutreten.

Neben der Demo gab es noch das Randgestalten Festival in Hellersdorf, wo wir am Abend nach der Demo noch bis spät in die Nacht feiern und chillen konnten.

Dann gab es noch die interessanten Exkursionen zu den Themen deutsche Teilung, jüdisches Leben in Berlin und auf den Spuren von Rosa und Karl. Eine Gruppe besuchte die Gedenkstätte Sachsenhausen. Hierfür danken wir noch einmal recht herzlich Andreas Meyer vom Internationalen Sachsenhausen Komitee, der uns die Asprekte Arbeiter*innenbewegung, Solidarität und Widerstand am Beispiel des Konzentrationslagers deutlich vor Augen führen konnte. Eine andere Gruppe besuchte den Bundestag um sich dort insbesondere mit der Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt hat. Die deutsche und die europäische Flüchtlingspolitik ist in vielen Teilen unmenschlich und unerträglich. Solidarität dagegen kann nicht nur auf der Straße und in den Medien, sondern eben auch in den Parlamenten organisiert werden. Im Innenausschuss des Bundestages kann man Anfragen stellen und die Bundesregierung somit zu Stellungnahmen verpflichten. Auf diese Weise erhalten wir auf jeden Fall wichtiges Hintergrundwissen, um gegen die Praxis der Ausländerbehörden mobil zu machen.

Auf dem Zeltplatz gab es natürlich noch jede Menge Workshops zu Themen wie Religionskritik, Sex und Partnerschaft oder ganz klassisch Marx lesen.

Zur Abwechslung und Entspannung gab es die vielen Sport- und Freizeitangebote von der Selbstverteidigung über Schwimmen bis hin zur Massage. Daneben blieb jeeeeeede Menge Zeit zum Chillen. Und Spaß hatten wir jede Menge – vor allem bei den Gruppenausflügen mit Übernachtung bei den Berliner Falken und auf unserem Abschlussfest.

Wir danken allen, die uns dabei geholfen haben, dass das Camp ein solcher Erfolg geworden ist und uns mit Material, Beiträgen und Arbeitseinsätzen unterstützt haben. Ein ganz besonderer Dank auch nochmal an das Küchenteam, die 14 mal 24 Stunden (plus Vor- und Nachkommando) nichts anderes gemacht haben, als leckere vegane Küche vorbereiten und jederzeit für volle Bäuche und zufriedene Gesichter zu sorgen. (Für die Fleischesser*innen war auch gesorgt.)

Nach 14 Tagen war dann zwar das Camp vorbei, die neuen Freundschaften haben aber gerade erst richtig angefangen. Schon jetzt besuchen sich die SJler*innen in den verschiedenen Städten, wir sehen uns auf der Winterschule und für nächstes Jahr ist schon ein Pfingstcamp geplant. Wer in Berlin nicht dabei sein konnte: Wir sehen uns dort!

Bis dahin, Freundschaft!

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