„Antifa – jetzt aber mal inhaltlich!“

AntifaInhaltlichUnter diesem Titel wollen wir mit dem Arbeitskreis Antifaschismus der Falken NRW uns mit anderen Jugendverbänden und Antifa-Gruppen darüber verständigen, welche Inhalte für uns dahinter stehen, wenn wir gegen Nazis aktiv werden. Einen ersten thematischen Aufschlag machten wir mit unserer Ideenwerkstatt am 5. Juli 2014 in Gelsenkirchen.

Mit dabei waren Genoss*innen aus verschiedenen Falken-Gliederungen und von der Grünen Jugend im Bezirksverband Ruhr. Aus einem breiten Themenspektrum von Diskussionen in der Antifa-Bewegung über Antirassismus bis hin zur Friedensbewegung und dem staatsoffiziellen Antifaschismus in der BRD suchten wir uns zunächst zwei Themen aus, die wir in Kleingruppen andiskutierten.

Spannende Dikussionen

In der Arbeitsgruppe zum staatlichen Antifaschismus diskutierten wir darüber, welche Bedeutung faschistische Parteien heute in Deutschland haben und warum sie zur Zeit weit weg von einer Machtübernahme zu sein scheinen. Außerdem wäre für uns interessant, näher darauf einzugehen, inwiefern es in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft begründet liegt, dass Leute zu Faschist*innen werden.

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den neuen Montagsdemonstrationen. Hier ging es einmal um den Zusammenhang zwischen den Montagsdemonstrationen, die sich anlässlich der Proteste gegen die Hartz IV-Gesetze gebildet haben und den neuen Demonstrationen, auf denen offen verschwörungstheoretische und antisemitische Gedanken verbreitet werden. Wie offen darf eine Bewegung sein, welche klaren inhaltlichen Abgrenzungen sollte man von vornherein machen und inwiefern müssen wir selber darauf achten, klare Inhalte zu formulieren. Einig waren wir uns darin, dass Demonstrationen oder Kundgebungen alleine nicht viel ausrichten können, um politisch wirksam zu werden, müssen wir uns organisieren und in der Gruppe weiterbilden.
Weiter wollen wir darüber diskutieren, warum personalisierte Kapitalismuskritik sich nach wie vor so großer Beliebtheit erfreut und wie es uns gelingen kann, eine vernünftige Kritik am System zu formulieren und zu verbreiten. Personalisierte Kapitalismuskritik hat die Tendenz zu Verschwörungstheorien und beides trägt dazu bei, das kapitalistische Gesellschaftssystem zu stabilisieren. Welche reale Gefahr geht dann heute von Verschwörungstheoretiker*innen und Antisemit*innen aus, die über die reine Stabilisierung des Systems hinausgeht?
Was ist überhaupt davon zu halten, wenn Leute behaupten „für Frieden“ zu sein? Sind das nicht alle? Und ist es nicht eine Zustimmung zur herrschenden Gesellschaftsordnung, wenn wir weiter nichts als Frieden wollen? In diesen Fragen waren sich nicht alle einig und hier gibt es noch einigen Diskussionsstoff.

Zum Abschluss einigten wir uns auf vier Themen und zwei praktische Workshops, die wir in einem Seminar und auf einer Konferenz Anfang Dezember 2014 behandeln wollen:
1. Staatlicher Antifaschismus
2. Querfront, Verschwörungstheorien und verkürzte Kapitalismuskritik
3. Flucht und Migration
4. Feminismus und Antifa
5. Öffentlichkeitsarbeit
6. Antirepression

Es bleibt also spannend.

Theorie und Praxis

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Abgesehen von den inhaltlichen Diskussionen ließ es sich ein Teil der Gruppe nicht nehmen, ihrer Solidarität mit den Geflüchteten in der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg Ausdruck zu verleihen. Deshalb unterbrach ein Teil der Gruppe das Seminarprogramm für 1 1/2 Stunden, um an einer Kundgebung in Bochum teilzunehmen.

Solidarisch ging es auch am Ende des Seminars weiter. Für den Genossen Josef aus Thüringen, der seit Ende Januar in Wien in Untersuchungshaft sitzt, malten wir ein Transparent, #freejosef, welches Ihr Euch gerne bei unserem Landesbüro in Gelsenkirchen bewundern könnt.

Und wie geht es weiter?

Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, wollen wir Euch nicht nur erzählen, was wir machen, sondern Euch dazu einladen, Euch in unseren Diskussionsprozess einzubringen. Bringt Euch in den Vorbereitungskreis für die Konferenz ein, sprecht andere Leute in Eurer Gruppe an und schaut am besten, welche anderen Gruppen Ihr noch ansprechen könnt.

Vormerken könnt Ihr Euch auf jeden Fall schon einmal zwei Termine:

Seminar mit Inhalten und Vorbereitung der Konferenz vom 5. bis 7. September in der Nähe von Dortmund.
Antifa-Jugendkonferenz am 6. oder am 7. Dezember in Dortmund.

Weitere Infos folgen, auf unserer Website, über facebook und twitter.

Wenn Ihr in den Mailverteiler für den Vorbereitungskreis wollt oder wenn Ihr weitere Fragen habt, schickt uns eine Mail.

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